Das Sommerloch scheint überwunden zu sein. Nachdem der letzte von mir gesehene Film Mr. & Mrs. Smith vor zwei Wochen bereits für gute Stimmung gesorgt hat, gab’s am vergangenen Samstag die Comic-Verfilmung „Sin City“ im Kino. Regisseur Robert Rodriguez inszeniert Frank Millers seit 1991 erscheinende finstere Comic-Reihe um bewaffnete Huren, korrupte Polizisten und andere verlorene Seelen einfach kongenial. Ich kenne die Comics nicht, aber was da auf der Leinwand abgefahren wird ist echt ‘abgefahren’. Sensationell und bis jetzt einzigartiger Comic-Look, genial verschachtelte Story und Dialoge vom feinsten.

Insgesamt drei mehr oder weniger lange, völlig unabhängige Handlungsstränge passieren zeitlich geschickt verschachtelt in ein und derselben Stadt. Basin City, eine fiktive Metropole, die mit ihrer Unübersichtlichkeit, ihren Wolkenkratzern, und ihrer sumpfigen Umgebung irgendwie wie eine idealtypische US-Großstadt aussieht. In mitten dieser besagten Stadt tut sich ein Abgrund aus Verbrechen, Korruption, Raubtierkapitalismus und allgemeiner Amoral auf.
Einige Szenen sind wirklich derb und gewalttätig, was durch den Schwarzweiß Filter nur geringfügig abgeschwächt wirkt. Sin City ist definitiv nichts für Zartbesaitete, denn hier wird geprügelt, gehackt, vergewaltigt, kastriert und vor allem eins: gestorben.


Man erlebt Vergewaltigung, Kastration, Kannibalismus, Enthauptung, Tod durch elektrischen Stuhl, durch Hängen, abgehackte Glieder, Pädophilie, Folter in allen möglichen Formen einerseits, aber auch reine Liebe, Glück, Treue, Freundschaft, Zärtlichkeit, Mitleid und Aufopferung für andere, andererseits.

Der Film entstand größtenteils im Computer. Alle Szenen wurden Bild für Bild in der Blue-Box nachgestellt, der Computer rechnete im Anschluss den atemberaubend gut wirkenden monochromen Comic-Hintergrund hinein. Rasant geschnittene, extremst stilisiert und abstrakte Bilder fesseln einen in den Kinosessel. Unbedingt anschauen.

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